Hänsel und Gretel bei Hexe Schrumpel

Verängstigt stehen Hänsel und Gretel vor einem eigenartigen und furchteinflössenden Altar. “Wo sind wir hier nur gelandet? Das ist ja furchtbar gruselig hier! Lass uns schnell verschwinden…”

“Schau hier hinten, da steht ein Haus. Da könnten wir vielleicht Unterschlupf finden. Komm Hänsel, das schauen wir uns mal genauer an”

“Ahhh! Gretel!! Das ist ein Grabstein!”

Aber Gretel ist schon weiter gegangen und steht in einem Hinterhof. “Hänsel komm mal her, das ist ja eigenartig hier. Da steht ein grosser Ofen und eine Art Schuppen.” “Schaut eher aus wie ein Käfig, wenn du mich fragst”, murmelt Hänsel verängstigt

“Gretel, mir ist es nicht geheuer hier, komm lass uns gehen”

Aber Gretel erklärt Hänsel, dass sie doch um diese Zeit in der Dunkelheit sowieso nirgendwo anders hin könnten und schreitet mutig zur Tür und klopft

Die Tür geht auf und eine unheimlich ausschauende alte Frau kommt heraus

“Was wollt ihr hier?” “Wir kommen von weit her und haben uns verlaufen. Dürften wir vielleicht bei dir übernachten, damit wir morgen bei Tag weiterwandern können?”

“Hmmm, das passt mir eigentlich gar nicht. Ich gerne allein und mag keine Kinder.”

“Oh bitte, bitte, schick’ uns nicht weg. Wir sind sonst ganz allein in diesem gruseligen Wald”

“Nun gut, dein Bruder muss aber da hinten schlafen. Im Haus ist kein Platz”

“Hier rein, Junge!”

“Und wehe du heulst hier draussen rum in der Nacht! Ich brauch’ meine Ruhe!”

Sie schliesst sofort die Tür hinter Hänsel ab

“Nein, bitte, schliess’ mich nicht ein. Lasst mich nicht hier draussen allein!”

“Ich muss dich einschliessen, man weiss ja nie, was sich hier für Gestalten rumtreiben mitten in der Nacht. Es ist nur zu deinem Besten”

“So, und nun zu dir. Du gehst jetzt ins Haus”

“Du kannst dich gleich nützlich machen, wenn du schon hier bist”

Zwar todmüde von der langen Wanderung, greift Gretel trotzdem zum Besen und schrubbt eingeschüchtert den Boden

Kurz darauf fällt sie in einen tiefen Schlaf…

Auch Hänsel ist auf seiner harten Pritsche endlich eingeschlafen

Frau Schrumpel möchte auch gerne ins Bett, aber sie muss erst noch ihr Bett gegen Monster einsprühen. “Hier draussen in Forgotten Hollow verkehren die unheimlichsten Gestalten, da ist Vorsorge geboten”

Am anderen Morgen steht Frau Schrumpel zeitig auf und versucht Rührei zu kochen. Sie ist schon so lange allein hier draussen, dass sie ganz aus der Übung ist

“Hmmm, das duftet überraschend lecker, das wird den Kinderchen gefallen,” und sie ruft Gretel zu Tisch

“Nein danke, ich ähm, mag kein Fleisch”, sagt sie und denkt: das esse ich nicht! Sie will uns sicher vergiften!

“Du verwöhntes Gör! Du isst, was auf den Tisch kommt! Aber wenn’s dir nicht passt, dann verschwinde dahin, wo du her kommst!”

“Das kann ich nicht. Wir können nicht zurück. Unser Vater ist gestorben und unsere Stiefmutter ist eine sehr böse Fau”

“Sie liess uns den ganzen Tag schuften und hielt uns bei Wasser und Brot. Als sie dann den Hänsel auch noch schlug, sind wir davon gerannt”

“Und so sind wir bei dir gelandet. Aber da sind wir wohl vom Regen in die Traufe gekommen, so wie es scheint”

“Wie meinst du das, kleines Fräulein?” “Na, es liegt doch auf der Hand, dass wir bei einer alten, mürrischen Hexe gelandet sind!”

“Ich bin doch keine richtige Hexe. Ich bin nur eine alte einsame Frau”

“Auch ich war mal sehr glücklich und verheiratet mit meiner grossen Liebe.

Wir hatten zwei wunderbare Töchter. Aber die furchtbare Lama-Grippe raffte sie alle drei dahin”

“Oje, das ist ja eine furchtbare und traurige Geschichte! Und ich dachte, du seist eine böse Hexe”

“Nun gut, genug geschwatzt, lass uns den Hänsel holen und endlich frühstücken”. Hänsel ist schon ganz ausgehungert und stürzt sich sogleich auf das Frühstück, als wär’s das letzte. Gretel erzählt ihm schnell, was sie gerade über Frau Schrumpel erfahren hat

“Aber wieso hast du denn einen Hexenhut auf, wenn du gar keine bist?” “Ach, dieser Hut hat euch Angst gemacht? Hmmm wo hab’ ich den nur her?”

“Ach ja, den kaufte ich mal auf dem Flohmarkt als ich zu Besuch in San Myshuno war. Hab ihr wirklich gedacht, das sei ein echter Hexenhut?”

“Komm her, meine Kleine, jetzt seid ihr in Sicherheit. Ich schicke euch bestimmt nicht zurück zu eurer bösen Stiefmutter. Wenn ihr wollt, dürft ihr für immer bei mir bleiben.”

Dankbar schliesst auch Hänsel sie in seine Arme

“Aber da draussen schlafe ich nicht mehr! Das war zu gruselig! Da schlafe ich lieber auf diesem Sessel da!”

“Nein, nein, ich schicke dich nicht mehr nach draussen. Wir lassen so schnell wie möglich das Haus anbauen, damit ihr euer eigenes Schlafzimmer habt”

“Ach herrje! Wer hätte das gedacht. Bis gestern war ich noch allein und traurig in dieser düsteren Gegend. War mürrisch und ja, manchmal auch böse und wollte keine Menschenseele sehen,  und heute wohnen diese zwei lieben Kinderlein bei mir, erhellen die Gegend mit fröhlichem Kinderlachen und vertreiben meine trüben Gedanken und meine Einsamkeit…”

4 thoughts on “Hänsel und Gretel bei Hexe Schrumpel”

  1. Hallo liebe Nathalie, :06:

    Eine echt tolle Geschichte zu dem Haus und der Familie. :04:
    Ich mag es, wenn es zu Häusern und Familien eine Geschichte gibt. :03:

    Liebe Grüße Annie

    1. Liebe Annie, mich freut es total, wenn jemand meine Geschichten mag. Im Kopf habe ich beim Bauen immer eine Geschichte, bzw. die Simse schreiben ihre Geschichte selber. Aber meistens wäre das für Aussenstehende ja nicht so spannend. Hier bot sich das Aufschreiben mal wieder richtig an :05: :09:

  2. Liebe Nathalie, also ich muss schon sagen, da hast du dir eine wunderbare, süße kleine Geschichte zu Hänsel und Gretel und der “bösen” Hexe überlegt! :04: Ich hab die Geschichte gestern Abend schmunzelnd auf dem Smartphone entdeckt, aber den Kommentar schreibe ich jetzt lieber auf dem PC. :05: Ich hab es ja schon in der Galerie ein bisschen vermutet – Hexe Schrumpel ist gar nicht so böse (von den unguten Merkmalen jetzt mal abgesehen, aber dafür kann sie ja nix, die Arme, bei der traurigen Vorgeschichte). Ich bin so froh, dass es die goldigen Kinder mit Frau Schrumpel so gut getroffen haben und dem armen Hänsel nix Böses widerfahren ist. Also, großes Kompliment für deine tollen Charaktersims! :15:

    1. :23: Mit den Merkmalen hast du mich erwischt :24: Beim Schreiben merkte ich nämlich, dass der Verlauf der Geschichte ja gar nicht zu den Merkmalen passt :24: Aber ich dachte, man kann sich ja ändern, nicht wahr? Und Hexe Schrumpel’s Herz wurde halt erwärmt durch die Offenheit der Kinder :12: Vielen lieben Dank für dein so schönes Lob :04:

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